Der Sack muss zu…aber wer hat das Band?

Daniela Schwabel am 20. September 2008

Sankt Pauli gg. 1860 München

Ist das zu fassen? Erstens, Gewonnen…dann erstmal ganz lange nix…zweitens, zu Null, drittens, zu Elft (!!!) und viertens, überhaupt nur eine Gelbe für uns!

Im Stadion selbst war stattdessen alles beim Alten: Ständig wechselnde Ordner, die Altbekanntes in Frage stellen und jede Woche die gleichen Diskussionen starten: “Das dürfen sie aber nicht!” “Äh, doch!? Das ist seit Jahren so, beim letzten Spiel war das so und das hat ihr Chef ihrem Vorgänger auch schon erklärt.” Der Informationsfluss ist also dürftig und der Lerneffekt auch noch dadurch erschwert, dass jede Woche neue Gesichter da stehen. Na ja…so lange alles freundlich zu geht…

Auf dem Spielfeld wiederum war eindeutig ein Lerneffekt zu erkennen…Keiner der braun-weißen Spieler schien eingeschüchtert von der Kaiserslauterner Partie. Im Gegenteil, denn die Menschen in den brauen Trikots bewegten den Ball, als ob sie das nicht auf sich sitzen lassen wollten. Die Münchner dagegen liessen sich in der ersten Halbzeit kaum sehen und stattdessen mehr oder weniger an die Wand spielen bzw. in ihre eigene Hälfte. Trojan, der sich endlich wieder die Kapitänsbinde an den Arm heften durfte..weil wieder gesund…*freu*, war einmal mehr ein leuchtendes Beispiel in Sachen Spielfreude. Natürlich vollendet durch dieses wunderschöne, supergeile Tor, das…ich leider nicht gesehen habe, da ich ausgerechnet in diesem Moment einen Mann vor der Nase hatte, der ganz eindeutig nicht dahin gehörte…und erst recht nicht in dieser Sekunde! Was war also passiert, dass ich mich gerade mehr auf sowas konzentrieren muss, als auf unseren späteren Siegtreffer? Ein junger Mann entschied sich also im unpassendsten Moment der ganzen Partie dazu, sich durch die nicht vorhandene Reihe vor mir zu quetschen. Und während sich auf dem Spielfeld alles, vor allem Trojan, auf das Münchner Tor zubewegte…bewegte sich vor meiner Nase auf einmal gar nichts mehr…der Herr stand und genoss meinen unverbauten Blick auf das Tor *grummel*. Vielen Dank, aber ich teile ja gerne!

Nun gut, Hauptsache ein Tor!  Und es hätten tatsächlich noch mehr sein können…Tja, hätte, würde, könnte…aber spätestens dat Dingen, als Schnitzler allein vorm 1860er Tor auftauchte, hätte ich gerne drin gesehen…Nichtsdestotrotz waren die Jungs den 1860ern überlegen und ließen den Einen oder Anderen Gegenspieler verdutzt im “Regen” stehen. 

In der zweiten Halbzeit schienen die Sankt Pauli-Jungs dagegen ein wenig Energie in der Kabine gelassen zu haben…eigentlich ja nicht verwunderlich…dennoch witterten die Löwen ihre Chance und so blieb es spannend bis zum Schluss. Dafür wurde sich kräftig hinten reingestellt und nur Klein-Hoilett flitzte noch zwischen den “Raubkätzchen” hindurch und machte Druck nach vorne. Und trotz zahlreicher Übersteiger kamen da doch noch ein paar schöne Pässe zustande. Und, wie bereits erwähnt…zu Null! *hüpf*

Aber ihr merkt schon…zum Spiel selbst lässt sich gar nicht so viel sagen, ausser dass es wieder einmal eine wahre Freude war, dieser Mannschaft bei der Arbeit zu zuschauen! Selbst über den Schiedsrichter kann ich diesmal kaum meckern…verkehrte Welt? Immerhin gingen ganze vier gelbe Karten an 1860 und nur eine (!) einzige an Sankt Pauli! “Meine” Nervereien haben sich stattdessen viel eher ausserhalb des Feldes abgespielt…ich erinnere nochmal: Diskussionen mit desinformierten Ordnungskräften und Mann-mit-Sextanerblase!

Deshalb mein Aufruf: Was hat Euch diesmal so richtig angenervt? Ist der Mann auch bei Euch vorbei gekommen? …Gegengerade, Brille, freute sich über das Tor…?

 

 

I

Aus der Rubrik »Spielprosa« | 2 Kommentare

Kommentare zu “Der Sack muss zu…aber wer hat das Band?”

  1. »Piet«
    am 20. September 2008 um 14:05 Uhr

    Oh, zum Schiri ließe sich doch einiges sagen – immerhin hat er recht ausgewogen falsch gepfiffen. ;-) Faul-Spiel, wo nix war (wenn auch für uns), wenn ich das gestern richtig gesehen habe, Abseits das keines war, oder solches, das er nicht gepfiffen hat…

    Und ob wir gut gespielt haben, darüber kann man geteilter Meinung sein, nur haben die 60er halt noch schlechter gespielt. Was bleibt, ist ein auf jeden Fall überragender Trojan (eine Freude, ihm zuzusehen!), ein klasse gespielter Heber und ein Kopfball, die beide leider nur beinahe drinnen waren, ein Stürmer, der „sein“ Tor nicht macht, aber hätte machen müssen!

    Die Hauptsache aber: 3 Punkte, kein Gegentor, das Spiel zu elft beendet! Viele Gründe zu feiern!

  2. »Olli«
    am 20. September 2008 um 16:44 Uhr

    Die 60er waren halt genauso schwach wie die Oberhausener, also nicht wirklich aussagekräftig das Spiel. Ralle hat mir allerdings gut gefallen, bis auf seine blinden Bälle nach vorne, von denen allerdings einer zum Tor führte :-)

    Ansonsten kotzt mich die Toiletten-Situation am Millerntor an. Ist es denn so teuer, noch mal 2 – 3 Container aufzustellen? Ich glaube wenn jeder Besucher, gestern 22000, einen Euro bei den nächsten 3 Heimspielen spendet, sollte das doch möglich sein und jeder wäre sicher bereit dazu.

    Forza St. Pauli

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