Geben ist seliger denn nehmen…
Daniela Schwabel am 25. April 2009
…man muss nur ganz fest daran glauben!
Zuhause gegen Freiburg 1:2
Wer konnte unserer Mannschaft schon großartig böse sein nach diesem Spiel? Im Gegenteil, mit Standing Ovations, “Sankt Pauli”- und “You’ll never walk alone”-Gesängen wurden die Sieger der Herzen in die Kabinen und letztendlich ja auch zum nächsten Spiel begleitet.
Ich weiß gar nicht, worüber ich mich mehr ärgern soll…über Spiele, die sch… gespielt werden und nix dabei rumkommt…oder Spiele, die super laufen, spannend sind und trotzdem nüscht bei rumkommt!? Schmerzlich ist wohl beides…aaaaaber liebe Freunde des gediegenen Fußballs, da hab ich während der Partie doch lieber Spaß! Und so war es auch am Freitag Abend am Millerntor… Sankt Pauli war über die gesamte Zeit hinweg die spielbestimmende Mannschaft, ging mit der Führung in die Pause, ackerte, doch Freiburg hatte mit zwei super Chancen und den darauf folgenden Toren einfach die bessere Verwertung.
Spannend war es bereits zu Beginn des Spitzenspiels…in Minute Drei zappelte der Ball auf einmal im Tor nach einen Freistoss für uns. Doch bevor sich hier irgendjemand freuen konnte, hieß es einmal mehr “Abseits”. Ärgerlich, aber das Tor bedeutete für uns alle ein gutes Omen…drei Punkte zeichneten sich bereits am strahlendblauen Himmel ab. Nur blöd, dass wir die Szene ja ganz falsch verstanden hatten…da war nämlich noch einer beteiligt und das war der Abseits-Teufel.
Denn wie sich später herausstellen sollte, war der Programm und nicht das Tor…zumindest was Sankt Pauli anging. Die nächste gute Möglichkeit trug sich knapp zwanzig Minuten später zu, als Hoilett im gegnerischem Strafraum zu Sako abgibt und dieser den Ball aufs Tor zudonnert….und kläglich am Pfosten abprallt!
Sportlich hieß es nun erst einmal, eine Durststrecke hinzunehmen. Doch für das “Pausen”-Programm war gesorgt, als sich die wirklich spannenden Szenen eher an der Seitenlinie abspielten. Denn dort ging es plötzlich zwischen Meggle und Gästetrainer Robin Dutt verbal und wild gestikulierend zur Sache. Rudelbildung vor der Trainerbank, Verwarnung an die Gäste und eine malträtierte Sitzgruppe waren das Ergebnis, nachdem Sankt Pauli den ersten Freiburger Spieler ausgewechselt hatte.
Irgendwie schienen die Herrschaften aus Freiburg heute mit dem falschen Fuß aufgestanden zu sein, denn nur vier Minuten später hieß es für den Co-Trainer Damir Buric: Spiel ansehen, jo, aber bitte vonner Tribüne aus. Und als wollte Sankt Pauli nochmal einen oben drauf setzen, schoss Brunnemann ein spottendes 1:0. Was für eine schöne Kombination! Schultz gibt ab auf Sako, der leitet an den sich freilaufenden Brunnemann weiter, der wiederum lässt einen Nürnberger stehen und schießt von rechts aus dem Strafraum…TOOOOR!!!
Tja, Sankt Pauli beherrschte die erste Halbzeit, ließ so gut wie keine Chancen zu und so sollte es ja auch erstmal weitergehen. Das kleine Aufwärmtänzchen kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit schien tatsächlich Wirkung zu zeigen. Doch wir wären hier ja nicht auf gerechtigkeit-fuer-stpauli.de, wenn wir nicht auch ein paar haarsträubende Entscheidungen zu verbuchen hätten. Und die kamen, wie sollte es auch anders sein, von dem Herrn im Neondress. Wir schreiben die 47. Spielminute, in der Meggle schießt, der Ball abprallt und bei Sako landet. Herr Sako macht, was er vorhin nicht geschafft hatte…das TOR! Un’ wat is’???? Abseits is…sollet sein, müsste das wohl eher heißen. ABSEITS…wie war das mit dem Omen? Sankt Pauli wollte das Tor jetzt einfach unbedingt und wie sehr hätten sie es nicht auch verdient!? Doch Schiri Schößling, wohl behütet aufgewachsen, konnte anscheinend nich mitansehen, wenn jemand zu sehr am Rande stand und so wurde auch der nächste Treffer, einmal mehr von Brunnemann, Opfer seiner Pfeife…und das nur drei Minuten später.
Wie so oft in den letzten Spielen…Sankt Pauli macht und tut….und die anderen haben das Glück gepachtet. Soll heißen: Es dauerte nicht mehr lange und der Ausgleich prangte an der Tafel. Nach einem Freistoß platziert Schuster den Ball gen Butschers Kopf und der kann ungehindert einlochen, da unser Hain einmal mehr ausrutschte….mal ehrlich, der roundabout 25. Standard-Gegentreffer mit gefühlten 100 Ausrutschern!? Hallo? Doch das zweite Tor der Gäste kam nicht minder blöd daher….77. Spielminute….ein Freiburger Blitz lässt Kalla sowas von im Regen stehen, dass es weh tut, schießt von rechts aussen auf den frei (!!!!) stehenden Idrissou, der diese Einladung natürlich dankend annimmt. MIR WAR AUF EINMAL GANZ SCHLECHT!!!!!!![]()
Doch eines muss man unserem Lieblingsverein ja zu gute halten…aufgeben stand heute nicht auf dem Spielplan…kurzzeitig ausgebremst vom Schock, wurde alles daran gesetzt, zumindest einen Punkt am Millerntor zu lassen. So viele Fast-Situationen, die das Spiel sch… spannend machten, aber auch genauso unerträglich.
..Trulsens geforderter ”Einsatz, Kampf und Laufbereitschaft” waren heute fast die ganzen 90 Minuten über Programm und trotzdem, bei all der Anstrengung, nicht von Erfolg gekrönt. Doch das Millerntor bewies seine wahre Größe nach dem Spiel, zeigte, was das Gesamtpaket Sankt Pauli eigentlich ausmacht und verabschiedete die Gäste mit Applaus in die erste Liga. Das Stadion blieb noch lange gut gefüllt, denn kaum einer wollte unsere Mannschaft nach so einem Spiel in die Kabinen ziehen lassen, ohne sie von “You’ll Never Walk Alone”-Gesängen zu begleiten…
…with hope in your hearts…
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