Knappe Niederlage in Ahlen – YNWA

Axel Scholz am 3. Mai 2009

Rot Weiß Ahlen vs. FC Sankt Pauli 1:0

Völlig schweißgebadet sitze ich jetzt nach diesem mitreißenden Match an einem Bericht und weiß gar nicht wo ich vor lauter Highlights anfangen soll. Das war Spielkultur pur, Kampf bis zum Umfallen und Chancen en masse auf beiden Seiten. Vorab mein Kompliment an beide Teams, insbesondere an unsere Jungs in braun. Chapeau…………..

Bei strahlendem Sonnenschein traf heute der noch ungeschlagene Tabellenführer aus Ahlen auf den Tabellenvorletzten vom Kiez. Vor 65.348 Zuschauern im restlos ausverkauften Wersestadion waren die Vorzeichen klar. Ahlen will nach einem Jahr Abstinenz zurück in Liga 1 und der FC St. Pauli versucht noch den Relegationsplatz zu erreichen, was bei 10 Punkten Rückstand auf den Tabellen Sechzehnten Mainz 05 fast aussichtslos erscheint.
Ahlen in Bestbesetzung mit ihren 3 Nationalspielern Book, Gibson und Döring, die Gäste aus Hamburg im gewohnten 1 – 2 – 3 – 4 – 1 System. Gratulation an dieser Stelle an Chefcoach Holger Stanislawazki.

Der extra für dieses Match reaktivierte Schiri Dr. Markus Merkmalwas pfiff pünktlich um 14.00 Uhr an und gleich der erste Aufreger. Langer Ball von Kalle Gunesch auf Dimo Schultz und der wird mit gestrecktem Bein von Book gefoult. Ganz klare Sache: Eine Ermahnung für den Ahlener Spielmacher schon nach 45 Sekunden. 65.340 aufgebrachte Ahlener Fans (der Gästeblock war mit 8 Ultra-Supportern aus Hamburg erstaunlich gut besetzt) tobten und das Spiel stand ob des Einsatzes von Feuerwerkskörpern und Bengalos kurz vor dem Abbruch. Nur dem Einsatz von Ahlens Trainer Udo Lattek war es zu verdanken, dass sich die Massen wieder beruhigten und die Partie nach ca. 10 Minuten fortgesetzt werden konnte.
Die erste Chance dann auf Seiten der Gäste. Dimo Schultz auf David Klosett und der mit einem Kopfball nur knapp am Gehäuse der Ahlener vorbei (9.min). Im Gegenzug die Ahlener mit 2 Chancen, aber Sepp Hain mit 2 Glanzparaden und weiter 0:0. Gästecoach Stanislawazki vor dem Spiel: „Die 0 muss stehen“.

Es folge der nächste Aufreger. Ball in den Sechzehner der Kiezpopper und ein Ahlener fällt. Elfmeter? Der Schiri meinte nein und hatte Mühe sich aus dem Rudel der wütenden Ahlener zu befreien um das Spiel fortzusetzen. Dafür gab es natürlich den gelben Karton für St. Paulis Mannschaftsführer Fabio Drogena (übrigens vom Kicker zum langsamsten Spieler der Liga ausgezeichnet), der daraufhin so aufgebracht war, dass er seinen Gegenspieler als Gegenspieler bezeichnete, so dass auch Gibson (übrigens Erfinder der gleichnamigen Gitarre) die gelbe Karte zu sehen bekam.

Das Spiel ging nun hin und her und dann wieder mal hin und danach wieder her. Alle Akteure, das Schirigespann und auch die Zuschauer auf den Rängen hatten Mühe dem Spielgeschehen zu folgen. Das Tempo war hoch, sehr hoch, fast schon zu hoch. Unmenschlich quasi. Aber wie dem auch sei, die letzte Chance der ersten Halbzeit hatten wieder die Gastgeber. Freistoß für Ahlen, die Abwehr um braun-weiß noch am Tauschen ihrer Granini Sammelbilder und Book mit einem Zuckerpass auf Großkreutz, der in Stan Libuda Manier Gunesch austanzt und nur knapp scheitert. Das hätte die Führung für Rot-Weiß sein müssen, wenn nicht sogar müssen. Weil Schultz daraufhin seine Mitspieler als Blinzen bezeichnete, sah auch er noch gelb und schwupps war die erste Hälfte der Partie vorbei.

In der Pause gab es erstmals in der Geschichte des deutschen Fußballs eine gemeinsame Aktion der beiden Sponsoren der beteiligten Vereine. „Moet Chandon“ auf Seiten der Gastgeber und „Galama“ auf Seiten der Gäste luden zum lustigen „Pausensaufen“. Die Betreuer beider Teams wurden in den Mittelkreis gebeten und mussten abwechselnd die Getränke des Sponsoren des Gegners trinken. Hierfür wurden extra angefertigte 50 Liter Fässer eingesetzt, die zunächst angestochen werden mussten, um anschließend mittels handgeknüpfter Strohhalme geleert zu werden. Kurz bevor ein amtliches Endergebnis ermittelt werden konnte, ging das Spiel weiter. Schade eigentlich, aber sicher wird es hier noch ein „Brisant Spezial“ geben, mit allen Highlights und der Siegerehrung.

Wie es sich gehört wurde natürlich in der Pause gewechselt. Für die Kiezpopper nun Fabian Voll für den wohl angeschlagenen Maggi im Spiel und gleich wieder eine fette Chance. Der Ball kommt zu Florian Pechner und der zieht einfach mal ab……..na klar, vorbei. Es ging aber gleich heiter weiter. Pjörn Prunnemann nimmt sich ein Herz und die Kugel streift das Aluminium der Ahlener. Wow, das hätte die völlig verdiente Führung sein können. Wir machten nun richtig Druck und der Gastgeber mehr und mehr in der Defensive. Wie aus dem Nichts dann ein langer Ball der Ahlener und Marcel Bräge(r) weiß sich nur noch mit einem Foul zu helfen. Zu Recht sieht er dafür gelb und reiht sich schämend in die Mauer ein, um dem nun folgenden Freistoß entgegen zu sehen. Dieser kommt, trifft aber nur den volltrunkenen Stadionsprecher in seiner Kabine, der aufs Spielfeld fällt und von den heraneilenden Sanitätern nur unter größter Mühe wieder an seinen Platz gebracht werden kann. Zur Verwunderung aller Anwesenden völlig unversehrt. Nach einem kurzen: Stadionsprecher, Stadionsprecher, hey,hey, lief das Spiel dann wieder. Und wie kann ich euch sagen. Die Hütte brannte sag man doch so schön und hier brannte es wirklich. Zunächst einer von St. Pauli auf der einen Seite und dann wieder einer von Ahlen auf der anderen. Dann wieder einer in braun gefolgt von einem in weiß. Und so ging das dann bis zur 85. Minute. Ahlen im Angriff, Marcel Bräge(r) spielt nicht den Ball sondern Foul und schon leuchtete es phosphorisierend rot im weiten Stadionrund. Marcel hatte es angekündigt. „Ich werde heute rigoros dawischen gehen“, und nun hatte er seine Tat in die Wahrheit umgesetzt. Oder so ähnlich. Tschöö Marcel, mit doppel Ö versteht sich.

Alle Beteiligten hatten sich schon mit einem Remis abgefunden, als Book (übrigens der einzige Spieler der lesen kann) seinen Kumpel Naki wunderbar bepasst und Kalle Gunesch, noch in Gedanken an seinen letzten Gummitwist-Event, versetzt und zur 1:0 Führung einnetzt (87.min). Jubel, Trubel, Heiterkeit auf den Rängen. Sogar im Gästeblock. Die in Hamburger Kreisen weitbekannte Gruppierung UM (Ultra Masochists) skandierte „Ahlen, oh RW Ahlen, ole ole ole, du bist so eieiei“. Eine faire Geste der Hamburger, muss man ja mal sagen.

Dann war Schluss. Schade, wirklich schade. Hier wäre heute wesentlich mehr dringewesen. Aber so wie unsere Jungs in braun heute aufgetreten sind mach ich mir keine Sorgen. Wir packen den Klassenerhalt. Irgendwie.

Schönen Sonntag noch…….

Foto: Norbert Harz

Foto: Norbert Harz

Aus der Rubrik »Fiese Matenten,Fouls,Kartenspiel,Spielprosa,Wird's denn gehen?« | 1 Kommentar

Kommentar zu “Knappe Niederlage in Ahlen – YNWA”

  1. »buddy olly«
    am 4. Mai 2009 um 15:56 Uhr

    S.T.I.N.K.S.A.U.E.R….!!! und
    E.N.T.T.Ä.U.S.C.H.T…!!! und
    A.N.G.E.P.I.S.S.T…!!!

    was nimmt sich diese mannschaft raus mir in dieser art meine sonntagszeit zu stehlen…?

    wenn ich so arbeite schmeist mein chef mich raus, fristlos…
    und mit was…? mit RECHT…!!!

    zum spiel is alles gesagt, danke axel, das war die einzig logische und richtige reaktion…

    wiedergutmachungstermin…: 10.05.2009 14.00
    ich werde SEHR genau hinsehen… :evil:

    von boykott halte ich nichts, aber man darf und muss einiges erwarten…

    bis dahin…
    BO

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