In vino veritas

Axel Scholz am 17. Mai 2009

TuS Koblenz – FC Sankt Pauli 2:1

Deutsches Eck. Die Mosel küsst den Rhein. Festung Ehrenbreitstein. Ja genau, wir sind in Koblenz. Ein schönes, kleines Städtchen in der Nähe von Neuwied, wo ich mal eine geraume Zeit ein Gastspiel gegeben habe. Auch den Karneval durfte ich dort einmal hautnah miterleben, aber das ist ein anderes Thema :cool:

Koblenz, die Stadt des Weines. Schoppen ist hier nicht shoppen sondern Schoppen. Nämlich einen Schoppen Wein. Wer schon mal von Bonn aus entlang des Rheins Richtung Koblenz fuhr hat sie sicher gesehen. Die Weinhänge links und rechts. Schön anzusehen und in aller Welt bekannt. Naja, jedenfalls unter Weintrinkern. Ich bin eher keiner, aber das ist ein anderes Thema :cool:

Die Spielstätte nennt sich Oberwerth, genau wie die direkt angrenzende Mehrzweckhalle, in der ich schon so illustren Veranstaltungen wie Udo Jürgens, Motörhead oder auch der Hitparade beiwohnen durfte. Ereignisse die mein Leben entscheidend geprägt haben und wer schon einmal Security zum Backstagebereich von uns Udo war, weiß wovon ich spreche, aber das ist ein anderes Thema :cool:

Das Wetter zeigte sich heute von seiner besten Seite und so fanden 14.109 Zuschauer den Weg ins Stadion. Darunter natürlich auch wieder zahlreiche „Paulifans“, die sich mit Schiffsfahrten und Weinproben aufs Spiel einstimmten, wurde mir berichtet. Für die Koblenzer ging es noch um den Abstieg, für uns nur noch darum, den 8. Tabellenplatz zu festigen und somit einen Platz besser dazustehen als letzte Saison. Die Vorzeichen waren also klar. Schiri Gräfe aus dem schönen Berlin pfiff pünktlich um 14.00 Uhr an und es dauerte keine 2 Minuten und schon stand es 1:0 für die Gastgeber. Was war geschehen? Ecke Koblenz hoch auf den kurzen Pfosten und da stand Sukalo und nickte die Pille kurz und schmerzlos zur Führung ein. Unglücklich für uns, sehr unglücklich. An unseren U23 Spielern lag es jedenfalls nicht, denn die waren diesmal auf der rechten Seite von Stani positioniert. Drobo hinten rechts auf Lechners Stammplatz und Schnecke Kalla als 6 im Mittelfeld. Daube war verletzungsbedingt heute nicht dabei (Muskelfaserriss) und Ömer durfte auch erstmal nur zuschauen.

Weiter ging es dann mit einer Chance für braun-weiß (heute übrigens ganz in weiß und die Koblenzer in dunkeldunkelblau-schwarz). Schulle kommt zum Schuss aber Keeper Rickert auf dem Posten. Dann Koblenz bzw. wieder wir. Sako bedient Krontitis und der scheitert an Paddy Borger, der heute für den „verletzten“ Hain bei uns in der Bude stand. Und noch mal Sako. Drobo-Ampem nimmt seinem Gegenspieler den Ball ab und passt gaaaaaanz lang Richtung Koblenzer Strafraum. Mo schnappt sich die Pille, steht allein vor Rickert, aber kriegt den Ball nicht ins Tor. Schade Mo, echt schade. In der 32. Minute rappelte es dann aber doch im Karton der Gastgeber. Ludwig mit einem schönen Pass auf Ebbers und der ganz trocken (so wie die Koblenzer-Sprudelbrause Deinhard) flach ins untere, rechte Eck. Keine Chance für den Keeper und das Spiel war wieder ausgeglichen. Wir spielten heute übrigens nicht ganz so blind wie sonst auswärts, eine Offenbahrung wars aber nun auch wieder nicht. Die Freude währte aber nicht lange. Freistoss für Koblenz etwa 22 Meter vor unserem Gehäuse. Vata nimmt Anlauf und der Ball landet links oben im Winkel. Ein Traumtor könnte man sagen, nix zu machen für Paddy Borger. Das Stadion bebte, also für seine Verhältnisse und schon war Halbzeit. Die Führung verdient, aber wir durchaus im Spiel und wie gesagt nicht so schlecht wie sonst.

In Durchgang 2 Koblenz wieder aktiver und mit einer guten Chance in der 51. Minute. Flanke von rechts hoch in unseren 16er, Borger hat keine Lust sich den Ball zu schnappen und somit kommt Taylor mit dem Kopp an den Ball, trifft aber nicht wirklich und Chance vertan. Auf der anderen Seite dann Pass zu Sako, der aber im Strafraum über den Ball semmelt und Ludwigs Nachschuss bleibt in der Koblenzer Deckung hängen. Dann wie sagt man so schön, beide Teams bemüht, aber ohne wirklich gefährlich vor dem Tor des Gegners aufzutauchen. So schruben wir schon die 82. Spielminute, bis mal wieder die Hütte brannte. Kalle lässt sich von Fischer den Ball abnehmen und schießt, freistehend vor Borger, den Ball am Tor vorbei. Weia weia Herr Fischer, der musste aber eigentlich rein oder? :roll:

Egal. Kurz darauf war Schluss und Koblenz hat nun gute Chancen die Klasse zu halten. Jedenfalls praktisch. Theoretisch könnte es noch mal mehr als eng werden. Warum? Weil Uwe Rapolder beim Wechseln ein „kleiner“ Lapsus unterlaufen ist. Kuqi kam Mitte der zweiten Halbzeit, stand aber nicht auf dem Spielberichtsbogen der Schiris. Konfusion, Diskussionen, hin und her und, Kuqi musste wieder vom Feld und Fischer kam auf Seiten der Gastgeber. Ob das noch ein Nachspiel haben wird und in welcher Form wird man sehen.

Summasomarum ein durchwachsenes Spiel, 9 gelbe Karten davon 5 für die Gastgeber und 4 für uns, Premiere für Ferdi Günter von den Amateuren bei der ersten Mannschaft und wir fasst nicht mehr vom 8. Tabellenplatz zu verdrängen. Ich freue mich aufs letzte Heimspiel am Sonntag gegen Frankfurt und die anschließenden Partys vom stpauli-forum und der Saison-Abschlussparty mit der Mannschaft. Vorsorglich hab ich die Woche drauf schon mal Urlaub genommen :mrgreen:

Forza Sankt Pauli

Foto: Norbert Harz

Foto: Norbert Harz

Aus der Rubrik »1...2...äh...8...11 Meter,Fiese Matenten,Fouls,Spielprosa,Wird's denn gehen?« | 3 Kommentare

Kommentare zu “In vino veritas”

  1. »Daniela von Burgund«
    am 18. Mai 2009 um 21:56 Uhr

    *schnief* ich werd langsam sentimentaaal…der letzte auswärtsbericht der säsong

  2. »Axel de Bordeaux«
    am 18. Mai 2009 um 22:34 Uhr

    Heut ist nicht aller Tage Abend, wir kommen wieder, keine Frage. Oder so ähnlich :mrgreen:

    Und der letzte Bericht der Saison nächsten Sonntach wird bestimmt der Allerallerbeste !!

  3. »Daniela Riesling«
    am 19. Mai 2009 um 14:01 Uhr

    nicht dass wir die erwartungen in die höhe schrauben wollen…

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