Vom Winde verweht – Special Edition
Axel Scholz am 16. Oktober 2009
Rot Weiß Oberhausen vs. FC Sankt Pauli 1:3
Tja, genauso läuft das halt diese Saison auswärts. Der Gegner macht den Dicken, diesmal sogar ein Tor, aber dann kommen wir. Nicht gewaltig, aber effektiv. Zur Halbzeit war ich schon wieder am Nörgeln, warum spielen wir nicht so oder so oder vielleicht auch so oder wir könnten auch so spielen. Warum kämpfen wir nicht, warum laufen wir nur so pomadig in der Gegend rum? Warum ist Oberhausen immer ‚n Schritt schneller am Ball? Zusammengefasst könnte man sagen, ich war angepisst und……nicht nur ich, auch die anderen Herrschaften (es waren auch Damen dabei) waren nicht sonderlich angetan, vom Auftreten unserer Mannen, heute auch auswärts ganz in braun. Also da in Dorfkruch drin, wo ich geguckt hab.
Nun gut, kommen wir zum Spiel. Es war Hamburger Wetter, dunkel und man hörte im Stadion fast nur die Gästekurve. Von den ca. 10.000 Zuschauern kam gut ein Drittel aus Hamburg bzw. war „diesbezüglich“ vorort und im „Wir hatten auch mal so einen alten Kasten, aber langsam entpuppen wir uns – Stadion“ war mehr oder weniger Heimspiel-Athmo angesagt . Unsrere Jungs auf dem Platz nahmen das auch zunächst an und es gab sogleich 2 fette Chancen für den FC Sankt Pauli.
Wir schreiben die 8. Minute. Eckball Bruns auf den kurzen Pfosten, da steht Schulle und nimmt den Ball in alter Uwe Seeler Manier mit dem Hinterkopf und befördert das Leder Richtung Winkel. Keeper Pirson noch irgendwie dran und lenkt die Pille an die Latte, menno, das wär’s gewesen. Aber Mundabwischen, denn gleich ging’s weiter. Takyi von rechts auf Ebbers, der ziemlich allein am langen Pfosten steht, aber wieder findet die „Plastikkugel“ nicht den Weg ins Tor. Verflixt und zugenäht, sollen wir hier heute nicht gewinnen?
Die Gastgeber nahmen nun immer mehr das Heft in die Hand und wir liefen hinterher, spielten einen Fehlpass nach dem anderen (Schöne Grüße an den Sir, ok, war heute nicht dein Tag) und langsam gerieten wir unter Druck. Nach vorne ging nix mehr und nach hinten wurde es immer enger. Unverständlich eigentlich, denn stark war Oberhausen nun wirklich nicht. Aber……in der 40. Minute zappelte der Ball dann doch tatsächlich in unserem Netz. Ball kommt auf Stoppelkamp im 16er, der kriegt das Bein zu ‚nem Lufter“ dran und schwupps ist die Pille über Hains langgestrecktem Arm im Tor. 1:0 für den Gastgeber und das, zu diesem Zeitpunkt auch verdient. Dann war Halbzeit………sowohl im Stadion als auch im Dorfkruch 
Alle erwarteten nun eine völlig andere „Paulielf“, doch………es lief eigentlich genauso weiter, wie Hälfte eins aufgehört hatte. RWO früh störend, immer etwas frischer wirkend und die braun-weiße Fraktion musste beginnen sich Sorgen zu machen. Sollten wir hier so trostlos, untertage, eingehen? Die Antwort war schlicht und ergreifend: NEIN 
Oberhausen hatte noch mal 15 Minuten Zeit, um sich ‚n büschen ins Licht zu stellen, dann war Schluss mit lustig. Onkel Fallobst Terranova hatte die letzte, wenn auch gleich wirklich fetteste Chance für die Gastgeber in Durchgang zwo in der 51. Minute. Schöne Reingabe von rechts, alles fliegt vorbei und Fallobstterra grätscht rein und semmelt den Ball doch tatsächlich vorbei. Mehr als Glück……einen Dank an den Fußballgott 
Was nun folgte war, ich würd mal sagen „unerwartet“. Ebbers kriegt den Ball im 16er der Oberhausener und, verdaddelt. Ball geklärt und das Leder kommt wieder in den 16er der Gastgeber. Kuddelmuddel, Pirson und Miletic sind sich nicht einig und der Ball trudelt Ebbe vor die Füße und………Ausgleich. 1:1……ein Geschenk der Oberhausener.

Vielen, vielen Dank, ich glaub ohne die Marmel hätten wir verloren, aber so war das eigentlich ein Weckruf. RWO nun noch mal alles nach vornewerfend, aber so richtig gefährlich war das nicht. So kam es wie es kommen musste, aus Sicht der Gastgeber, und Konter St. Pauli. Ball hin und her Geschiebe am 16er, Ebbe auf Bruns und der zieht ab und der Ball landet tatsächlich links unten (mit Drall nach oben) im Oberhausener Kasten zum 1:2 für unseren magischen FC

Der Dorfkruch bebte, die gesammelte Fraktion flippte aus. Führung, Führung für uns. Jaaaaaaaaaaa, jaaaaaaaaa und noch mal ja. Wer hätte das gedacht? Stanis Taktik, wir spielen unseren Stiefel und dann klappt das auch, war aufgegangen und Oberhausen die Lust am Spielen. Versuche waren zwar noch auszumachen, aber die Luft war eindeutig raus. Aber wenn interessiert es? Uns? Nicht wirklich, denn wir hatten ja noch was vor. Zunächst Max Kruse mit einer fetten Chance, aber leider vertan. Kurze Zeit später Naki, aber wieder vertan. So mussten wir doch tatsächlich bis zur Nachspielzeit warten, um den Sack endgültig zu zu machen. Langer Ball auf Kruse, der im Zweikampf mit seinem Gegenspieler, setzt sich durch und hämmert das Spielgut unter die Latte zum 1: 3

Tröööt, Schlusspfiff in Oberhausen. 3 Punkte im Sack und das, obwohl wir hier nicht geglänzt haben. Es scheint so, als wenn der FC Sankt Pauli diese Saison auch dreckig gewinnen kann. Tja, mir soll’s recht sein. Saaaaaaankt Paaaaaaaaaauli……….man, wat ‚n Spiel.
FORZA SANKT PAULI

Foto: Norbert Harz
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