Auf des Messersschneide………
Axel Scholz am 7. November 2009
FC Sankt Pauli vs. Fortuna Düsseldorf 2:1
……man o man, wat für’n Spiel. Dat muss man erstmal sacken lassen. Meine Stimme ist komplett wech, aber 3 Punkte 
Tja, wo fange ich denn mal an. Ok, am besten noch bei mir zuhause. Das Wetter sah nicht grad freundlich aus, obwohl ein paar Sonnenstrahlen hier und da mal durchluscherten. Ansonsten eher trister Herbst. Drum entschied ich mich für die „Das Reinhold – Helge – Spiel – Jacke“. 18 Lagen reinste Freilandgänsefedern, 5 Kammern Wärmeluftspeicherschicht und nomma Federn mit Stoff drum. Und……dazu noch ‚ne Kapuze mit Fellrand. Mehr geht nicht, außer du willst eine Expedition an die Pole machen und wer will das schon? Auf jeden Fall war mir zu warm. Ich hätte nackt sein können in dieser Jacke, ich hätte nicht gefroren. Aber wer will das schon 
Gegen 17.00 Uhr rollten wir mit unserem feuerroten Spielmobil auf die Glacischaussee zu, lösten ein Ticket und flugs wurde uns ein Parkplatz zugewiesen. Eine „fast halbe Runde“ über den Dom, an vergnüglichen Highlights wie Wasserrutsche, Karussell und Schießbude vorbei, unzählige Gerüche aufgenommen, größtenteils sehr lecker und wenn das Ganze nicht so teuer wäre, hätte ich wohl an JEDEM Stand halt gemacht um einen Imbiss zu nehmen. Hab ich aber nicht, bin ja wegen Fußball hier. Nett wie wir sind, einem Pärchen erklärt wo das Kartencenter ist und schon auf die Gegengerade/Container abgebogen und was sich mir da bot, verschlug mir den Atem. Ich wollte eigentlich nur schnell mal ‚n Bier aus’m, Container holen, aber wurde abruppt gestoppt von einem „Tsunami“ an Knoblauch. Boah Leude, das geht ja ga nich. 1000 aramenische Ziegen können nicht so stinken wie ihr. Naja, halt Leute aus Duisburch 
Aber nun wirklich zum Spiel……..
Rainer Wulf verkündete die Aufstellung für den heutigen Tag und was folgte? Genau, nach jedem Vornamen unserer Boys in brown erklang aus tausenden Kehlen: „NAKI“. Herrlich, ganz ehrlich, ich hatte sogar Gänsehaut. Und da wir grad bei Naki sind, der DFB hatte mir immer noch nicht geantwortet, warum Herr Asamoah seinerzeit ungeschoren davon kam und ich glaube auch nicht, dass wir jemals eine Antwort erhalten werden. Warum nicht? Genau DAS frage ich mich auch. Ich hoffe, die User des St. Pauliforums bleiben da am Ball und „spammen“ die alten Herren des DFB mit Mails voll. FORZA DENIZ NAKI
Wir schruben 18.00 Uhr und Schiri Stieler (aus Sicht der Heimmannschaft etwas überfordert, aber eigentlich doch ganz souverän) pfiff die Part“y“ an. Und…..man mochte es kaum glauben, die Gäste aus Düsseldorf nicht hinten drinnen, tief gestaffelt, sondern frisch und frei nach vorne. Ein Beispiel: Keine 2 Minuten gespielt, Düsseldorf mit einem schnellen Angriff und der Ball kommt im 16er, halblinks, auf Jovanovic und……….vorbei. Da haben wir eine ganze Menge Glück gehabt, das hätte schon die Führung für die Gäste sein müssen. War’s aber nicht und im Gegenzug…….tärätärä……..das 1:0 für unseren magischen FC

Bruns im Mittelfeld am Ball, kurzer knackiger Pass auf Kruse im 16er und der ganz locker flach an Gästekeeper Ratajczak vorbei zur 1:0 Führung. Whoooo whoo…..das ging sich gut an und es waren erst 4 Minuten gespielt. Die hauen wir heute weg, dachte ich mir so und auch mein Nachbar brabbelte was von 5:0, mindestens. Aber weiter im Spiel. Düsseldorf wie gesagt sehr gut aufgestellt und mit feinem Spiel nach vorn. Die nächsten beiden Chancen aber wieder für braun weiß. Zunächst eine Flanke von Lechner auf den langen Pfosten, Bruns kommt an den Ball und anstatt gleich zu schießen wartet er zu lange und ein Düsseldorfer Bein klärt zur Ecke. Kurz danach Rothenbach über rechts, setzt sich schön durch, ist im 16er der Gäste und schlenzt ins kurze Eck, aber Keeper Ratajczak diesmal auf dem Posten. Schade das Calle Kruse nicht gesehen hatte, der war schön links mitgelaufen und völlig frei. Aber egal, das 2:0 lag in der Luft, wie man so schön sagt. Es folgt Spielminute 16. Angriff Düsseldorf, langer Ball in die Spitze auf Jovanovic und der im 16er im Zweikampf mit Lechner, kurze Drehung und…….da lag er lang. Entsetzen auf den Rängen aber Schiri Stieler hatte nix gesehen und weiter ging’s. Ich glaube, den hätte man geben können, den Elfer. Sah zumindest aus unserer Sicht so aus. Da wir grad schon bei Elfmetern sind, es folgt die 22. Minute. Wieder ein langer Ball der Fortunen, diesmal auf halblinks in den Strafraum, Lumpi und Rothenbach im Laufduell und Lumpi fällt. Elfmeter für Düsseldorf. Lieber Schiri, da war aber mal gar nix, rein gar nix. Das war eine reine Konzessionsentscheidung, würd ich mal so sagen. Was meint ihr?
Langeneke führte aus, flach ins rechte Eck, Hain noch dran, aber der Ball im Netz zum Ausgleich für Düsseldorf. Unverdient war’s nicht, aber eigentlich doch, weil es kein Elfer war. Egal. Die nächste haarige Situation wartete schon auf uns. Fast eine Doublette des eben geschilderten Düsseldorfer Angriffs, nur das diesmal Harnik an den Ball kommt, Hain aus seinem Kasten eilt und sich dem Fortunen entgegen schmeißt. Langes Bein, kurz vorm Strafraum, Harnik fällt und Freistoss für die Gäste. Das war ganz ganz ganz knapp am nächsten Elfer vorbei und auch ganz ganz ganz knapp an der roten Karte für Matze, der zum Glück nur den gelben Karton sah. Der Freistoss brachte aber nüscht und nach ein paar Mal hin und her war die erste Halbzeit beendet. Fazit: Die Gäste mit erstaunlich offensivem Spiel, dem verdienten Ausgleich und unsere Mannen mit der üblichen, schläfrigen ersten Halbzeit. Ich möchte an dieser Stelle noch erwähnen, dass an Support, außer von der Süd, bislang noch gar nichts zu hören war. Das war sehr mau. USP versuchte es zwar immer wieder, aber der Rest im Stadion ging irgendwie nicht darauf ein. Da war sogar im Gästeblock mehr los und teilweise wurden dort sogar Sankt Pauli Gesänge angestimmt. War’s Ironie?
Weiter ging es nach der üblichen Teepause. Keine Wechsel auf beiden Seiten und es dauerte bis zur 60 Spielminute, bis mal wieder etwas passierte. Nämlich auf den Rängen. Haupttribüne, Nord und Gegengerade waren aufgewacht und plötzlich war Stimmung in der Hütte. Nach einem Hark die Heide meines Vordermannes war es dann die Fortuna, die die nächste Chance hatte, lassen wir mal Rothenbachs Schuss aus ca. 18 Metern außen vor. Es waren ca. 70 Minuten gespielt, Düsseldorf über rechts, der Ball kommt in Mitte zum freistehenden Lumpi, aber der zum Glück eher harmlos in die Arme von Hain. Das war eine fette Chance für die Gäste, aber wenn sie nicht wollen, machen wir eben
Sehr schneller Einwurf (für mich eindeutig zu schnell) auf Bruns, der legt quer, Ebbe lässt wieder mal perfekt durch und der für den wieder sehr schwachen Sir eingewechselte Hennings netzt aus 11 Metern zum 2:1 ein

Whoooooo who, ein Küsschen von Roewen in Richtung der heute anwesenden Celtic Fans auf der Süd und weiter ging’s. Die Fortunen warfen nun alles nach vorne und die letzte Viertelstunde wurde noch mal zur Zitterpartie. Stani brachte auf unserer Seite noch den Architekten und Mo und nach 2 Minuten Nachspielzeit war der Sieg eingetütet. Niemand siegt am Millerntor sozusagen. Die Spieler verabschiedeten sich noch von der guten, alten Haupttribüne und die Düsseldorfer Spieler und Anhänger wurden auch noch vom Publikum beklatscht und das völlig zu recht. Ein toller Gegner mit tollen Fans. Genau so soll es sein!!!
Was bleibt noch zu sagen? Wir haben ein spannendes Match gesehen, zum letzten Mal die HT, einen Gegner der mal nicht hinten drin stand und eine klasse Schauspieleinlage eines Düsseldorfers, der nach einem Foul in sterbender Schwan Manier am Boden lag, um in sekundenschnelle wieder auf den Beinen zu sein, als der Ball neben ihm lag. Was haben wir gelacht 
Auf dem Weg zum Auto dachten wir dann noch, wir hätten den Gevatter Tod gesehen, es war aber nur der Pfandmönch, wat ‚n Glück
FORZA SANKT PAULI

Foto: Antje Frohmüller
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