Mit Geduld und Spucke…

Daniela Schwabel am 17. Januar 2010

…is ja irgendwie schon das Motto am Millerntor. Einfach geht hier nichts…Aufstieg, Abstieg, Abstieg, Aufstieg…Lala-Saison und dann der Traum vom erneuten jetzt-aber-richtig-Aufstieg…Sankt Pauli, das heißt Geduld auf Fanisch…ob Regionalliga oder als Bundesligaaufstiegsaspirant…der Sankt Pauli Fan hat von dieser Tugend eine ganze Menge. Dass diese auch mal im Kleinen, also im Ligaspiel selbst gefragt ist, davon konnte man sich bei der heutigen Partie Sankt Pauli gegen RW Ahlen überzeugen. So richtig war das ja mal nix…Und dabei fühlten wir uns doch noch so herrlich beschwingt vom Schalke-Freundschaftsspiel der letzten Woche. Dazu ging’s heut auch noch nach Ahlen…Tabellenschlußlicht…perfekt! Wenn…ja wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär…ach, ich könnt jetzt ewig so weiter machen…schwarzmal…blablabla…und inzwischen hat sicherlich einer von Euch schon längst gesagt „Mann, wir haben doch gewonnen…Drei Punkte Alter…nu lass doch mal!“ Und ich lass es jetzt auch…Lautern hat verloren, wir haben die Tore gemacht. PUNKT. Kacke *mitblümchenverziert* fand ich das Spiel trotzdem. DOPPELPUNKT:

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Foto: Norbert Harz

Auch wenn Ebbers heute zuerst traf…der Held des Tages war irgendwie Neuzugang Sukuta-Pasu, der kaum eingewechselt bereits sein erstes Sankt-Pauli-Liga-Tor machte. Doch zunächst mussten die alten Hasen ran…
Schon nach zwei Minuten Spielzeit gab’s die erste Aktion…von Ahlen! Bröker setzt sich gegen Gunesch durch und schießt auf’s Tor, doch der Hain hält. Dynamischer Start für die Gastgeber und alles andere als eine Ausnahme. Denn in der 25. Minute waren es wieder die Rot Weißen, die einen Torschuss abgaben: Gorschlüter, mit einem Nachschuss, scheitert nun ebenfalls an Hain. Sankt Paulis Offensivfußball? Tja, fand ja mal nich so wirklich statt…stattdessen ein unnötiges Gelb für Lele und ebenso unnötige Abspielfehler. Die 2000 mitgereisten Fans und die anderen am Bildschirm und Radio mussten sich tatsächlich bis zur 35. Spielminute gedulden, bis Sankt Pauli seine erste wirkliche Toraktion brachte: Takyi führt einen Freistoß aus, auf Kruse…der versucht’s über die Mitte. Resultat? Ein knapper Konter der Ahlener…

Und schwupps war da auch schon die Halbzeit und irgendwie nüscht passiert…Dahingeplätscher bis zum Pausenpfiff…

Zu Beginn der zweiten Halbzeit vermochte kaum einer zu behaupten, es hätte sich viel geändert. Ballverluste auf Hamburger Seite und allgemeines Fussballgeplänkel können so ein Spiel auf Dauer ja ganz schön zäh machen. Aber anscheinend hatte ich das Spielkonzept des heutigen Tages einfach nicht richtig durchschaut!? Das Motto des Tages kennen wir ja schon…Geduld…das Zauberwort dazu hieß dann noch „Effizienz“. Die letzte Viertelstunde noch mal richtig reinkloppen, zwei Tore rausholen und drei Punkte mitnehmen, die passende Formel dazu. Okaaay kapiert… Der erste Weckruf kam schon ein bisschen früher mit einem Freistoß nach Foul an Ebbers. Lehmann führt aus, doch Keeper Kirschstein fischt den Ball sicher weg. Die Fans zogen sich trotzdem aus *bibber*, während sich das Blatt auf dem Spielfeld doch noch zu wenden schien. Die Einwechslung von Naki und Hennings brachte dann ja endgültig den nötigen Schwung, um mehr als nur einen Punkt mitzunehmen. Die 77. Spielminute war erreicht, als Hennings in die Mitte flankt. Ebbers am Fünfmeterraum köpft rein, Kirschstein kann den Ball zwar abklatschen doch rechts ist einfach noch zu viel Tor übrig :.) 1 zu 0 !!!!!! Endlich!!!! Riesenerleichterung in einem knetigen Spiel! RW Ahlen leicht geschockt nach bisher guter Leistung. Och Püppis…

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Foto: Norbert Harz

Dann die Minute, von der am Ende alle reden sollten…87. Minute…gerade mal 19 Sekunden eingewechselt trifft Sukuta-Pasu zum 2:0…Naki war unterwegs in Richtung Strafraum, schießt, Sukuta-Pasu fälscht noch ab und Kirschstein lässt den Ball abprallen…Sukuta-Pasu ist zur Stelle, schießt nach und trifft! Was für ein Auftakt…erst in der Halle und jetzt auch auf dem Rasen…in echt und mit allen *freu*.

Ahlen zeigte sich heute mit der guten Leistung einer Mannschaft, der das Wasser bis zum Halse steht, während Sankt Pauli recht passiv daher kam. Erst mit den Wechseln, eine gute Viertelstunde vor Schluss, lief der Ball wieder rund. Alles in allem doch noch ein versöhnliches Ende in einer So-ein-Spiel-muss-man-auch-machen-Partie.

Forza!

Aus der Rubrik »Spielprosa,Wird's denn gehen?« | Keine Kommentare

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