Das Spiel, dass es nie gab………..

Axel Scholz am 28. Februar 2010

FC Sankt Pauli vs.

9.45 Uhr. Es ist Sonntag in einem Hamburger Vorort (nein, nicht Stellingen). Der Wecker schellt und reißt mich erbarmungslos aus hocherotischen Träumen, auf die ich an dieser Stelle mal nicht näher eingehen will. Noch völlig „erotisiert“ finde ich den Weg zur Kaffeemaschine. Filtertüte rausgezerrt, Kaffee eingefüllt, Startknopf gedrückt und auf ins Bad. Wie immer sehe ich scheiße aus (obwohl eigentlich ja nicht, aber ich bin halt sehr selbstkritisch).

10.55 Uhr. Mein Chauffeur verkündet seine Ankunft und Fragen über Fragen verschaffen meinem Hirn ungewollte Aktivitäten. Ein Pullover oder doch zwei? Die etwas dünnere Jacke oder doch die Reinhold/Helge Variante? Nehme ich Handschuhe mit? Cappi auf oder die Haare heute im Johnny Depp Schmierlook?
Entschieden hab ich mich dann für 2 Pullover, die etwas Dünnere, Handschuhe und Cappi. Also nur falls es jemanden interessiert.

11.40 Uhr. Ankunft am Millerntor. Wie immer Parkplatz direkt vor’m Container. Da es schifft, noch keiner unserer Leute zu sehen ist und Ska aus den Lautsprechern scheppert (heute war es größtenteils mehr ein Scheppern), beschließen wir noch im Auto zu bleiben.

11.41 Uhr. Wir haben jemanden aus unserem Dunstkreis entdeckt und steigen aus

11.42 Uhr. Großes Hallo, Umarmung hier, Knutscher da und schnell mal ‚n Bier geholt. Nach und nach tauchten dann auch die anderen Gesellen und Gesellinnen auf und man diskutierte wie immer ganz sachlich über Themen wie „Gibt es Sexismus in der Quantenphysik oder gibt es außerirdische Außerirdische u.s.w. Also war auf jeden Fall spannend…….

11.53 Uhr. Unser Womanizer hatte für heute 2 Mädels „klargemacht“ und die kamen dann auch. Eine aus dem „übersichtlichen“ Saarland und eine, ja wie soll ich sagen, also die hat mich direkt gefragt, ob ich nicht mit ihr, mein Geld anlegen will. Es stellte sich schnell heraus, sie kam aus Luxembourg. Ich machte ihr kurz klar, dass ich soviel Geld habe, das könne sie gar nicht alles anlegen und schon war wieder jemand ‚n Bier holen. Flugs der Dame aus dem Saarland noch das Buch „Johann Lafer- Leckeres kochen in der Mikrowelle“ in die Hand gedrückt und schon waren alle im Stadion verschwunden.

Foto: Antje Frohmüller

13.30 Uhr. Anpfiff von Schiri Schmidt vor ausverkauftem Haus. Tja und was soll ich sagen, es ging ab wie Schmidts Katze. Mein direkter Nebenmann drängelte sich schon nach wenigen Minuten durch um auf’s Klo zu gehen. Vor mir „servierte“ eine Dame in T-Shirt und Rattenfelljacke Bier und ich selbst verspürte auch schon in der 23. Spielminute Harndrang und musste meinen Platz kurzzeitig verlassen, in der Hoffnung nichts zu verpassen
Kaum war ich wieder an meinem Platz, stand es schon 3:0 für unseren FC Sankt Pauli. Daube, Kalla und Architekt Schultz hatten innerhalb von einer Minute unsere Führung herausgeschossen. Wie? Keine Ahnung, war ja auf Klo. Dann war Halbzeit…………

14.30 Uhr. Anpfiff von Schiri Schmidt zur zweiten Halbzeit. Gut genährt (war in der Halbzeit schnell zu Mc Burger Chicken was zu futtern holen) und mit ‚nem frischen Bier ging es gleich richtig zur Sache. Stani vom eigenen 16er in die Mitte zu Knebel. Der weiter rechts raus zu Zander, Flanke und………….Golke zum 4:0. Jepp, so spielt ein Aufstiegskandidat, dachten alle in unserer unmittelbaren Nähe und skandierten lauthals: „Wer wird deutscher Meister, nur der Sankt Pauli

14.59 Uhr. USP hatte mittlerweile die Baustelle Haupttribüne gestürmt und war dabei, die Fertigbauteile mit braun-weißem Rauhfaser zu tapezieren, als plötzlich Schiri Schmidt auf Abseits entschied und Lechner die rote Karte zeigte. Und das völlig zu Recht, denn er hatte in den Kleister gespuckt und die von USP mühsam aufgeklebten Tapeten rutschten langsam aber sicher wieder in den vom Regen mutwillig fabrizierten Match. Ich prangere das an dieser Stelle an und fordere eine Initiative in Richtung: „Keine Macht dem Match“. Spenden werden gerne entgegen genommen und werden auf einem Konto in Luxembourg verwaltet

Foto: Antje Frohmüller

15.15 Uhr. Abpfiff am Millerntor und den höchsten Heimsieg der Saison eingefahren. Wer hätte vor dem Spiel schon auf ein 9:1 gegen einen Mitaufstiegskonkurrenten getippt? Und dann noch diese 3 Hattricks. Dennis, Jan-Philip und auch noch der Timo. Das gibt bestimmt wieder Höchstnoten im Kicker und die Frage sei erlaubt, wer will uns noch stoppen?

Ok, war anders, aber ich liebe trotzdem oder vielleicht auch grad deswegen „meinen“ FC SANKT PAULI

You’ll never walk alone

Aus der Rubrik »Fiese Matenten,Fouls,Kartenspiel,Spielprosa,Wird's denn gehen?« | 1 Kommentar

Kommentar zu “Das Spiel, dass es nie gab………..”

  1. »Konbon«
    am 28. Februar 2010 um 21:39 Uhr

    Sehr schöner Spielbericht :lol: Auf 9:1 hätte ich nie getippt… aber naja, man wird immer wieder eines besseren belehrt ;-)

Einen Kommentar schreiben

Viva con Agua
 
Follow

Get every new post on this blog delivered to your Inbox.

Join other followers: