Reset gedrückt, 5 Tore geschossen

Axel Scholz am 14. März 2010

FC Sankt Pauli vs. Rot Weiß Oberhausen 5:3

Ja ist denn schon Ostern? Bei so vielen Eiern (Bällen) die ins Nest (Netz) gelegt wurden könnte man das fast glauben. War aber dann doch nicht, dafür extrem unangenehm durch den permanenten Regen und dem äußerst aggressiven Windspiel. Ich hatte noch überlegt Handschuhe mitzunehmen, hätte ich doch auf mich gehört.

Schiri Hartmann, heute übrigens das erste Mal am Millerntor, pfiff pünktlich um 13.30 Uhr an und unsere Mannen in braun-weiß legten auch gleich gut los. Es war Biss zu erkennen und der Wille, das Spiel heute unbedingt gewinnen zu wollen. Wir schreiben die 5. Spielminute. Gunesch (ich glaub es war Gunesch) schlägt den Ball hoch, in Bogenlampenmanier, halbrechts raus auf Bruns. Dieser nimmt den Ball elegant an und versetzt Gegenspieler Embers, flankt von der Grundlinie auf den langen Pfosten, da steht Ebbers und köpft den Ball zur 1:0 Führung ins Gehäuse der Gäste aus Oberhausen.

Was für ein Auftakt, was für ein Reset, dachten wir uns. Das gibt heute ein Scheibenschießen und so nervös wie Oberhausen anfangs war, lag das tatsächlich im Bereich des Möglichen. Leider fielen wir dann wieder in den „bevor der Resetknopf gedrückt wurde Modus“ zurück und von Einsatz und Siegeswillen war nicht mehr viel zu verspüren. Viel hin und her, viele Ballverluste und Fehlpässe und nach vorne ging nix mehr. Unglücklicherweise verletzte sich dann Ralle Gunesch und musste leider vom Platz. Für ihn kam Marcel Eger. Was nun folgte war zum einen so klar wie Kloßbrühe, zum anderen so unnötig wie ein Kropf. 18. Spielminute und Freistoss für Oberhausen fast zentral ca. 22 mtr. vor unserem Tor. Schmidtgal läuft an, schießt halbhoch, Matze Hain kann nur abprallen lassen und Stoppelkamp netzt zur Verwunderung aller Anwesenden zum 1:1 Ausgleich ein. Man man man, das musste doch nun wirklich nicht sein. Aber Mund abwischen und weiter geht’s. Es läuft die 24. Spielminute und Freistoss für den FC St. Pauli gut 25 mtr. fast zentral. Bruns tippt den Ball kurz an und Lehmann versenkt die Kugel flach (halbhoch) ins rechte untere Eck von Gästekeeper Semmler. 2:1 für den magischen FC.

Foto: Antje Frohmüller

Was für ein Auftakt, was für ein Reset, dachten wir uns. Doch diesmal sollte es nicht so lange dauern und die Pille war wiederum in unserem Gehäuse. 31. Spielminute. Wieder Freistoß RWO und zwar „halblinksmitte“ unserer Hälfte. Kaya mit einem hohen Ball in unseren 16er und Gordon vor Eger mit dem Kopf an der Pille und schwuppdiwupp stand es 2:2. Ey was soll das denn? Wat will ‚n Oberhausen von uns? Keine Chance aber 2 Tore. Aber ehrlich gesagt sah es bei uns nicht anders aus und viel bekamen wir auch nicht mehr zustande bis zum Halbzeitpfiff. Ein Abseitstor von Terranova und eine verletzungsbedingte Auswechslung von Lehmann (für ihn kam Max Kruse) waren die letzten Aufreger. 4 Tore, davon 3 aus Standards, mehr hatte Hälfte 1 auch nicht zu bieten. Wobei 4 Tore natürlich nicht das Schlechteste sind. Wir aber wieder sehr umständlich, ängstlich, mit vielen Fehlpässen und Ballverlusten. Die Gäste aus Oberhausen aber nicht einen Deut besser und lange nicht so souverän wie Frankfurt oder Bielefeld in den letzten Spielen am Millerntor. Das machte uns Mut für den Reset Teil 2.

14.30 Uhr und Anpfiff zu Hälfte 2. Braun-weiß mit mehr Ballbesitz, aber wie schon im ersten Durchgang nicht wirklich zwingend. Wenig konstruktiv und ganz viel klein klein. Bis zur 54. Minute. Wir durch die Mitte, der Ball kommt links raus zu Ozcipka, der mit dem Ball Richtung Strafraum der Gäste, Schuss und der Ball flutscht unter RWO Keeper Semmler hindurch zur erneuten Führung für den FC Sankt Pauli . Neuer Spielstand 3:2

Alarm am Millerntor, das nun auch langsam aufwachte. Bis dato passten sich die Ränge eher dem Niveau auf dem Platz an und das war nicht so dolle. Sollte sich aber von nun an ändern. Wir schreiben die 58. Spielminute. Einwurf Oberhausen. Der Ball kommt zu uns, wird weitergeleitet auf Ebbers und der zieht von der Mittellinie einfach mal ab und bringt Keeper Semmler in arge Schwierigkeiten. Mit Müh und Not kriegt er die Pille noch vor der Torlinie wieder ins Feld geboxt und verhindert somit ein Tor des Monats. Schade, schade, schade. Dann wieder Oberhausen mit einem schönen Weitschuss von König aus ca. 18 Metern, der aber zum Glück zur die Latte trift. Dann Eckball für uns in der 74. Spielminute. Naki hoch auf den langen Pfosten. Keeper Semmler und Eger gehen zum Ball, Semmler fällt und Bruns netzt zum 4:2 ein. Torwartfoul, frug sich jeder in unserem Block? Nö, der Schiri hatte nichts einzuwenden und somit war das Tor regulär.

Ruhe kehrte aber leider nicht ein. Nur 3 Minuten später, n der 77. Minute, gibt es Freistoß für Oberhausen. Dieser kommt hoch in unseren Strafraum, segelt an allen vorbei außer an Miletics Fußspitze und von dort an Hain vorbei zum erneuten Anschlusstreffer ins Tor. Nur noch 4:3 und ich erwischte mich, wie ich einige Schimpfwörter gen Platz fallen ließ. So blöd kann man doch gar nicht sein. Man o man. Aber es ging noch blöder. Mo Sako ist kaum auf dem Platz, kriegt den Ball an die Hand und der Schiri gibt Freistoß für RWO. Und was macht Mo? Er regt sich tierrisch auf und kassiert gleich erstmal die gelbe Karte. Auch Stani regte sich über diese Aktion höllisch auf und ich bin sicher, Mo musste sich nach Abpfiff einiges von Stani anhören. Nun, kommen wir zum Schlusspunkt des Spiels. 85. Spielminute und Ecke von Naki. Der Ball wird am Elfmeterpunkt kurz von den Oberhausenern abgewehrt, kommt zu Boll und der drischt das Leder noch leicht abgefälscht zum 5:3 in die Maschen.

Foto: Antje Frohmüller

Was für ein Spiel. 8 Tore bei echtem Sauwetter und etliche Herzinfarkte inklusive. Bis Mitte der zweiten Hälfte unsere Jungs nicht wirklich mit der Leistung die sie angekündigt hatten. Aber die letzte halbe Stunde entschuldigte dann für alles. 3 ganz wichtige Punkte im Sack und endlich mal wieder ins Tor getroffen. So kann es gerne weitergehen…….

FORZA SANKT PAULI

Aus der Rubrik »Fouls, Kartenspiel, Spielprosa, Wird's denn gehen?« | Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben