Sankt Pauli in Frankfurt…oder: die Pokal-Ablenkung
Daniela Schwabel am 31. Juli 2011
Man kann nicht gerade behaupten, ich hätte meinen Rhythmus in Sachen Saisonberichte-2011/12 gefunden…aber da habe ich ja durchaus was mit unserer Lieblingsmannschaft gemein – zumindest im Bezug auf Spiel, Saison2011/12 und Rhythmus finden. Pokal zum Verstecken war das gestern! Wie praktisch, dass der Frankfurt-Bericht da noch in meinem Köpfchen schlummerte und ich so geschickt von der gestrigen Pokalpleite ablenken kann. Denn das Ligaspiel war da doch um einiges erquicklicher, auch wenn wir unsere Führung verspielt und letztlich “nur” mit einem Punkt aus der Sache entschwunden sind. Ja, so bescheiden können wir sein! Trotz des Punkteverlusts gegen Frankfurt hat mich dieses Spiel glücklich gemacht. Da stand eine energiegeladene Mannschaft auf dem Platz, mit frischen Ideen und neuen Spielzügen.
19.000 Zuschauer waren bei diesem Spiel nur erlaubt – als Strafe für die Frankfurter “Fan”-Aktion der letzten Saison (sonst um und bei 50.000 Zuschauer – hat da einer genaue Zahlen!?). Ob es daran lag oder noch an dem Abstiegsschock, Frankfurt fand nicht ins Spiel, Sankt Pauli dafür umso besser. Bereits nach 10 Minuten bereitete Schachten die erste gute Möglichkeit vor: Schachten schießt vom rechten Strafraumeck an den Elfmeterpunkt, wo Naki mit dem Kopf dran kommt…leider köpft er vorbei. Aber keine sieben Minuten später ist es dann Ebbers, der an der linken Aussenlinie durchzieht, stoppt und zurück in die Mitte schießt. Boll kommt von hinten nach und knallt den Ball aus knapp 19 Metern noch viel knapper nebens Tor. Das wär’s gewesen…schon wieder der Boller! Sankt Pauli baute weiter Druck auf: 20. Minute und Takyi ist es, der den Ball durch vier Eintracht-Spieler gen gegnerischen Strafraum schießt. Ebbers nimmt den Ball entgegen, wird abgewehrt, bleibt aber dran, erkämpft sich den Ball kurz vorm Aus zurück und bringt ihn zurück ins Spielgeschehen. Schachten legt ab auf Bartels, der in idealer Kopfballposition vorm Tor eigentlich nur einlochen müsste….
….müsste…Es dauerte über eine halbe Stunde, bis Frankfurt “endlich” seine Gelegenheit bekam: Nach einer Ecke zieht Djakpa aus der zweiten Reihe auf’s Tor, der Abpraller landet wieder vor des Gegenspielers Füße…genauer gesagt ist es Caio, der jetzt Tschauner zu einer Spitzenparade zwingt. Sankt Pauli ließ sich dadurch aber nicht beirren…denn in der 38. Spielminute ist es endlich soweit: Naki mit weitem Schuss auf Ebbers, der köpft auf Boll, Boller wiederum hebt den Ball über den sportlich verbesserten Kessler, so dass Fin Bartels freies Schußfeld hat und zum 0:1 einlochen kann!
Der Kapitän hat den Überblick…so muss es sein….”in Hamburg (Frankfurt) da bleiben wir an Dääääck” *sing*
Nach der Pause stand jedoch eine andere Frankfurter Mannschaft auf dem Platz und die machte es Sank Pauli zunehmend schwerer, das Tempo und auch die Spiellaune von eben aufrecht zu erhalten. In der 49. Minute verlängert Meier auf Holler, der trifft das Tor…doch der Treffer zählt nicht…Abseitsentscheidung, aber eindeutig ein Treffer vor den Bug für unsere Lieblingsmannschaft. Doch Frankfurt machte munter weiter…56. Minute: Djakpa flankt auf Meier, doch der scheitert mit seinem Kopfball geradewegs an Tschauner. Ohne politisch werden zu wollen…FÜNF vor ZWÖLFE, liebe Freunde des gediegenen Fußballs…
Kurzfassung: 57. Minute – Bruns kommt für Takyi, zwei Minuten und drei Gelbe Karten später (eine für Boll, zwei für Clark und Schwegler) versucht sich Sankt Pauli noch einmal zart an einer Torchance in der 61. Spielminute: Kruse auf Ebbers, der wiederum legt zurück auf Naki doch Schwegler stört. Eintrach Frankfurt machte jetzt, knapp fünfzehn Minuten vor Abpfiff, ordentlich Druck. Glück für Sankt Pauli, dass die Gastgeber noch zu ungenau spielten. Doch das Gegentor zeichnete sich bereits ab: kein glorreicher Abwehrversuch von Kruse in der 77. Minute, der Ball landet bei Rode, der Tschauner aus 17 Metern einiges abverlangt. Eine Minute später ist es dann soweit, das 1:1 ![]()
!!! Sankt Pauli kann wieder nicht entscheidend klären, denn Boll köpft den Ball direkt vor Meiers Füße und der weiß seine Chance zu nutzen. Sankt Pauli jedenfalls war jetzt wieder wacher, aber nicht unbedingt treffsicherer…die beste und letzte diehätteeigentlichdrinseinmüssentorchance kam von Kalla. 84. Minute – es wird nochmal schöner Fußball gespielt, Kalla schießt einen Knaller, wird leicht abgefälscht so dass der Ball haarscharf am Tor vorbeigeht.
Das Unentschieden am Ende leistungsgerecht und trotzdem schade…was auch sonst!? Gerade in der ersten Halbzeit bissen sich unsere Spieler richtig fest, ließen nicht locker und erkämpften sich so manchen Ball wieder zurück. Dass sie das keine 90 Minuten durchhalten konnten, ließ sich da ja eigentlich schon erahnen…Frankfurt zudem wie ausgewechselt nach der Halbzeitpause und so war der Ausgleichstreffer auch keine so große Überraschung mehr. Ein bisschen wie eine chronische Erkrankung wirkte dagegen wie immer unsere Chancenverwertung. Aber bei dieser Spielfreude vielleicht nur noch eine Kinderkrankheit? Hmm, und dann kam der Samstag…Bleibt zu hoffen, dass die Pokalniederlage irgendeinem Grund geschuldet war, der mir grad partout nicht als Ausrede einfallen will. Also, Pokal wer? Keine Ablenkung vom eigentlichen Tagesgeschäft und die Hoffnung auf eine ausgeglichene Spielweise. Vor Heimspielkulisse wird eh alles besser!
FORZA
Eure Dani…
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